Geschichte der St. Wolfgangskirche

Der erste bekannte Hinweis auf die Existenz einer innerhalb der Stadt Wörth gelegenen Kirche stammt von 1328. Im Zusammenhang mit dem Umbau der Stadtbefestigung wurde wahrscheinlich auch in der Mitte des 15. Jahrhunderts die Stadtkirche neu errichtet. Die ständigen Hochwasser des Mains zermürbten die Fundamente der Kirche unaufhaltsam, der Chor der Kirche drohte einzustürzen. Die alte Kirche musste niedergelegt werden. An deren Stelle entstand von 1729 bis 1748 die neue Barockkirche St. Wolfgang.

Nach den schweren Hochwasserkatastrophen von 1882/83 wurde ein neuer Stadtteil – Neuwörth – mit einer neuen Pfarrkirche – St. Nikolaus – auf hochwasserfreiem Gelände errichtet. Die St. Wolfgangskirche verlor damit ihre Funktion als Stadtkirche und wurde im Jahr 1903 von der Diözese Würzburg profaniert. Die ehemalige Kirche diente der Stadt fortan als Lager für Feuerlöschgeräte, als Turnhalle und schließlich als Abstell- und Lagerplatz.

1985 erwarb die Stadt Wörth das dem Zerfall preisgegebene Kirchengebäude von der katholischen Kirchenstiftung. Der Stadtrat von Wörth beschloss die Sanierung und den Umbau zu einem Museum. Die ehemalige Kirche wurde, in enger Zusammenarbeit u. a. mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege – Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, nach dem Befund von 1830/31 restauriert. 1991 konnte schließlich das Schifffahrts- und Schiffbaumuseum der Stadt Wörth in der ehemaligen St. Wolfgangskirche eröffnet werden. Für die denkmalgerechte Sanierung bekam die Stadt Wörth im Jahr 1991 den Landespreis des Bundes Deutscher Architekten zugesprochen.

Die von dem Museum genutzten Einbauten bilden einen gelungenen Kontrast zu dem steinernen Kirchenbau. Der Charakter des ehemaligen Kirchenraumes mit dem zweigeschossigen Emporeneinbau blieb weitgehend erhalten. Stege, Treppen und sonstige Konstruktionen, allesamt in leichter, lichtdurchlässiger Stahlbauweise gehalten, nehmen Bezug auf die technischen Eigenkeiten der Schiffsarchitektur. Im Kirchenschiff werden auf drei Ebenen eine Vielzahl von maßstabsgetreuen Modellen, Werkzeugen, Geräten, Dokumenten und Bildern, auf der Freifläche im Museumshof verschiedene Schiffsteile (Originale) gezeigt.

Im Medienraum – der ehemaligen Sakristei – informieren Filme über die Binnenschifffahrt, den Schiffbau und die Flößerei den Besucher. Themen sind die Flüsse, Kanäle, Häfen, Werften und Schleusen. Die Beiträge berichten über den Alltag der Binnenschiffer, beschreiben das Leben der Menschen an den Ufern der Gewässer und thematisieren die wirtschaftliche Bedeutung und den kulturellen Wert unserer Flüsse und deren Landschaften. Der Besucher kann den gewünschten Beitrag am Steuerpult abrufen.

In dem einstmals sakralen Gebäude mit einer hervorragenden Akustik finden aus besonderen Anlässen Veranstaltungen, wie Konzerte, Empfänge oder Vorträge statt.